Tag 7 – Last Day
Unser letzter Tag in New York ist kurz und knackig: Gift Shopping and Go!
Wir packen unsere sieben Sachen in gewohnter Routine, so, als würden wir die nächste Destination unserer Reise ansteuern. Nur, dass diese diesmal nach Hause geht…
Wir flitzen noch einmal durch China Town, wo wir die schönsten Souvenir Shops gesehen hatten und laden unsere Tüten voll mit Postkarten und New York Shirts für Udos Patenkinder. Das letzte Bargeld fließt in das einzige Souvenir für uns: ein großer New York Kaffeepott, der sich zu Hause im Küchenschrank sicher wohl fühlen wird neben seinem älteren Bruder aus Los Angeles ☺️
Unseren allerletzten den-behalten-wir-als-Andenken-Dollarschein spenden wir am Ende doch an jemanden, der höflich fragt und ihn besser gebrauchen kann als wir. Und dann besteigen wir auch schon die U-bahn, die uns zum Flughafen JFK bringt. Next Stop: Home
Ein paar abschließende Gedanken zu New York
- Man läuft echt dauernd durch Weed Wolken. Für einen milden Eigenkonsum bräuchte man sich theoretisch nichts selber kaufen; einfach ein paar Mal bestimmte Straßen hoch und runter laufen reicht…
- T-Shirts heißen hier Tees
- angeblich gibt es hier das beste Leitungswasser
- Die U-Bahn fährt nicht so eng getaktet, wie ich gedacht hätte. Und man darf erstmal schnallen, dass es verschiedene Ebenen im Untergrund gibt und man vielleicht gerade in der falschen wartet…
- Überall und ständig hört man Alicia Keys’ Song “New York…” Zum Glück ist es ein supergeiles Lied, sonst würde man echt schnell zu viel kriegen.
- Die Energie dieser Stadt ist einmalig: Fortschritt, Machbarkeit, Potenzial, good vibes, Lässigkeit, Coolness – all das vereint sich hier. Und dafür muss man nicht mal groß was machen: einfach nur rumlaufen reicht schon. Das habe ich noch nirgends so erlebt. Es war noch viel besser, als ich es mir erträumt habe. Kompletter Jackpot zum Schluss!
- Die interkulturellen Einflüsse sind absolut prägend für die Stadt: Latino Rhythmen, Carribean Flair, Metropolcharakter. Udo fasst es am Ende treffend zusammen: “Ein schöner Abschluss unserer Multikultireise mit so vielen Kulturen. Und hier treffen wir sie alle wieder.“
Now it’s time for leaving
„Now it’s time for leaving
pleasant hours have passed.
Now it’s time for leaving,
so we sing at last:
Bye bye friends, be good. We will meet again.
Bye bye friends, be good. We will meet again.
Thanks for all the good times,
songs have made us friends.
Thanks for all the good times,
singing we shake hands.
Bye bye friends, be good. We will meet again.
Bye bye friends, be good. We will meet again.“

Stats and Numbers
In unseren 8 Monaten und einer Woche Reise ist in Summe ganz schön was zusammen gekommen. Ein Überblick:
Tutti
- 9 Länder
- 3 Inselstaaten
- 81 Unterkünfte
11 genutzte Währungen (Kursstand 24.04.2024)
- Mexikanische Pesos 10 € = 182,37 MXN
- US Dollar (El Salvador, Panama, USA) 10 € = 10,70 USD
- Balboa (Panama; 1:1 mit USD) 10 € = 10,70 PAB
- Cordobas (Nicaragua) 10 € = 391,61 NIO
- Kolumbianische Pesos 10 € = 42.019,50 COP
- Peruanische Soles 10 € = 39,56 PEN/SOL
- Bolivianische Bolivianos 10 € = 73,35 BOB
- Argentinische Pesos 10 € = 9.336,66 ARS (täglich große Schwankungen)
- Brasilianische Reailes 10 € = 55 BRL
- Euro (Martinique) 10 € = 10 €
- Ostkaribischer Dollar (St. Vincent und die Grenadinen) 10 € = 28,87 XCD
Eingesetztes Budget: Zuhause bleiben wäre teurer gewesen 😉
Genutzte Fortbewegungsmittel
- Bus
- Flugzeug
- Boot
- Kanu
- Fähre
- Scooter
- Motorrad
- Füße
- Tuktuk
- Taxi/Uber/InDrive
- Ladefläche Pickup
- Colectivo (Minibus)
- Nachtbus zum Schlafen/Fernbus/Doppeldecker
- Seilbahn
- Skytrain
- Ubahn
- Schwimmflossen
- SUP
- Segelboot
Verlust und Verschleiß
- 2 Jacken (gleich am ersten Tag 🙄)
- 1 Goldring 😩
- 1 große Thermo-Flasche
- 1 großes Tuch
- 4 Hüte
- 3 Paar Flipflops
- 6 Shirts
- 1 Paar Sandalen
- 1 Drybag
- 3 Ladebel
- 1 Paar Sneakers
- 5 Tuben Salbe zur Behandlung von Stichen und Wunden
Gewinn und Bereicherung:
- unzählbar und unbezahlbar
Ein paar lose Gedanken
Das Geniale am Reisen: die Erinnerungen sind das rentabelste Investment. Denn mit Abstand betrachtet wird alles immer noch schöner, die Erinnerungen noch wertvoller. Warum? Ganz einfach: the brain forgets about the 💩
Im Moment des Erlebens formt sich ja immer das gesamte Spektrum aller Sinneseindrücke zu einem Gesamteindruck. Ein Beispiel: Was man auf dem Bild sieht, ist der atemberaubende Blick auf das Altiplano in Bolivien mit einer Salzlagune und abertausenden Flamingos.

Den tatsächlichen Moment erlebt man aber vielleicht völlig erschöpft, weil man die Nacht zuvor kaum geschlafen hat. Vielleicht hustet man dauernd, weil durch die Ritzen des uralten Jeeps die staubige Wüstenluft hinein strömt. Vielleicht hat ein Passagier stark geschwitzt und man riecht es deutlich. Oder vielleicht hat sogar jemand im Auto gefurzt. Vielleicht saß man seit Stunden unbequem auf dem beengten Sitz und wurde permanent durchgeschüttelt. Vielleicht muss man übelst aufs Klo und weiß in der weiten Wüste nicht wie und wo. Und vielleicht passiert das auch alles gleichzeitig…
All das sieht man auf den tollen Bildern natürlich nicht. Da sieht man nur die faszinierenden Vögel vor beeindruckender Kulisse.
Fotos zeigen ja immer nur einen selektiven Ausschnitt, der in jedem Fall auf die visuellen Eindrücke beschränkt ist. Und die Fotos frischen diesen Teil der Erinnerung beim Anschauen jedes Mal wieder auf.
Tolle Fotos plus wachsender Erinnerungsoptimismus unseres Gehirns ergibt, dass das Schöne mit der Zeit immer noch schöner wird und alles andere zunehmend im Nirvana unseres Langzeitgedächtnisses verblasst. Cool, oder?
Das läuft bei mir anders…
Ich bin immer wieder erstaunt, wie bei anderen Menschen die gleichen Dinge völlig anders laufen können als bei mir. Ein paar Beobachtungen:
Da gibt es den Mann, der sich für die Nachtfahrt quer durchs Land in den Bus setzt und genauso, wie er sich hingesetzt hat, 16 Stunden später wieder aufsteht und geht. Der musste sich nicht mal umdrehen, aufstehen oder mal irgendwie anders hinsetzen. Oder die Lehne verstellen. Der hatte auch nichts zu trinken dabei, geschweige denn einen Snack oder eine Decke für die starke Klimaanlage. Der musste auch nicht aufs Klo.
Oder die Mädels, die in ihrer karibisch adäquaten 35-Grad-feuchte-Hitze-Garderobe mit bauchfreiem Top, knappen Shorts und Flipflops stundenlang im auf 16 Grad runter gekühlten Flughafen warten können, um dann einen Flieger zu nehmen, in dem sie acht Stunden lang mit kalter Luft angepustet werden.
Oder die Leute, die direkt neben einem riesigen dröhnenden Lautsprecher entspannt ihren Kaffee trinken können, wo Udo und ich uns 20 Meter weiter noch nicht mal verstehen können, weil die Musik viel zu laut ist.
Oder die Menschen, die im Jeep stundenlang am offenen Fenster mit kaltem Zug direkt ins Gesicht sitzen können. Die werden davon nicht krank. Die kriegen auf staubigen Pisten auch nicht dauernd was ins Auge.
Das läuft bei mir irgendwie alles anders… 🤷🏼♀️
Müll
Ein riesiges Problem. Leider.
So sehr, dass ich mich oftmals frage, wie frei lebende Tiere überhaupt in diesen menschengemachten Dreckmassen überleben können. Und wie Menschen selbst ihre schönsten Plätze und berühmtesten Strände in einzige Müllkippen verkommen lassen können. Dieses Phänomen haben wir in allen Ländern erlebt, die wir besucht haben. Touristen wie Einheimische, ich zeige hier mit dem Finger auf niemanden im Speziellen. Eher auf Menschen generell. Leider fällt es sehr oft schwer, nicht selbst auch Teil des Problems zu sein. Plastikfrei einzukaufen und zu essen würde oftmals bedeuten: gar nicht einkaufen und gar nicht essen…
Reise – ein Leben im Zeitraffer
- Entscheidungen treffen ohne Erfahrung
- Lehren im Nachhinein ziehen, manchmal schmerzvoll
- Schließt sich eine Tür, öffnet sich eine neue. Und die kann viel besser sein als die erste.
- Auf einen Shitmoment, folgt ein Goldmoment
- Die größte Limitierung sind wir meistens selbst: Darf ich das? Ist das nicht zu viel? Habe ich das verdient? Ist noch mehr ok? Klaro, do it!
- Manchen Leuten erzählt man am besten erst, was man erlebt hat, und nicht, was man vorhat 😉
- Angst vor Dingen, die man nicht kennt. Oftmals liegt es am Wissensmangel. Die Erkenntnis kommt erst beim Tun. Beispielerkenntnis nach dem Schwimmen im Amazonas: Oh, man wird ja doch nicht von Piranhas oder Krokodilen gefressen. Das gilt auch fürs Leben; das Horrorszenario ist oft nur eine kreative Idee unseres Gehirns – nicht die Realität.
- Sometimes, you embarrass yourself. Sometimes, you need help. That is ok. And can be funny 😅
Reisen. Die Faszination der Ferne. Selbsterkenntnis durch Konfrontation mit dem Unbekannten. Es geht um neue Erfahrungen, neue Menschen, neue Sinneseindrücke. Es macht glücklich. Wir fühlen uns lebendig. Wir fühlen das Leben.
Auf das Leben! Und auf viele Geschichten, die wir erzählen können, wenn wir mal 90 sind…

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