workation Diary

#3 Lifetime Goal: Check

Tag 3: Yoga, Tortuga, Computer

Der Strand in Playa Norte auf der Isla Mujeres ist am allerschönsten, wenn morgens die Sonne aufgeht, es schon angenehm warm ist und noch kaum Menschen vor Ort sind. Das Rauschen der Wellen und die kreischenden Möwen und pfeifenden Vögel als einzige Geräuschkulisse sorgen sofort für Entspannung und innere Ruhe. Der wundervolle Blick auf die Palmen, durch die die ersten Sonnenstrahlen am Morgen scheinen und das klare hellblaue Wasser tun ihr Übriges. Der ideale Ort für den Start unserer Morgenroutine:

Anna: Yoga und Hula Hoop
Udo: joggen und schwimmen

Eine praktische Kombination, denn ich habe meistens ein paar Sachen – inklusive Kamera – dabei und Udo checkt auf seiner Jogging-Tour automatisch die neue Umgebung aus. So auch an diesem Morgen: 

Udo beim Vorbeijoggen: Da drüben am Strand kann man Schildkrötenspuren im Sand sehen. Ich gehe noch eine Runde schwimmen, wir können uns dann da drüben treffen, aber mach erstmal die Fotos von den Spuren.

Sowas höre ich in meinem Leben also wirklich nicht oft. Somit: Auftrag angenommen 😊

Es ist unglaublich der GANZE Strandabschnitt ist voller Spuren! Sieht aus, als hätte ein Trecker mit seinen dicken Reifen hier seine Runden gedreht. Was da nachts alles los war! Ein weiterer Highlight-Moment für uns, denn das hatten wir beide vorher so auch noch nicht gesehen.

Ich kann es auch immer noch nicht fassen, in welch großer Zahl riesige Schildkröten jede Nacht hier zu diesem Strand kommen, wo tagsüber tausende Touristenfüße langlaufen. Der ganze Strand ist voll von Löchern, die aussehen, als hätten die Schildkröten eine fette Arschbombe in den Sand gemacht. Wie aufwändig und langwierig diese Prozedur ist, hatten wir ja in der Nacht zuvor ja schon miterlebt…

First Working Session

Zurück im Hostel wollen wir uns zum ersten Mal unseren Arbeitsthemen widmen, da wir beide inzwischen schon einiges auf der Liste haben, was dringend erledigt werden möchte. 

Dank dreier Ventilatoren in voller Power können wir uns in der Community Kitchen im Hostel erstmal ziemlich gut einrichten.

Am Nachmittag machen wir uns zur Belohnung auf den Weg, um ein weiteres exotisches Highlight zu organisieren: Eine Whale Shark-Tour! Walhaie einmal in ihrer natürlichen Umgebung live zu erleben steht bei mir ganz oben auf der Liste – ein einmaliges Erlebnis, das ich mir vor sieben Jahren für das nächste Mal aufgehoben habe. Also für jetzt ;)

Ich hatte vorher schon recherchiert und weiß, dass der Zeitraum, in dem sich die Tiere hier in der Nähe aufhalten, bald vorbei sein wird. Auch die verschiedenen Anbieter vor Ort raten uns einstimmig dazu, die Tour möglichst bald zu machen. Am besten morgen…

Tag 4: Morgen – Let’s go see some Whale Sharks

Treffpunkt ist um 7:45 Uhr am Bootsanleger. Wir gehen gemeinsam zum Boot, wo – Überraschung – neben uns noch acht weitere Deutsche die Tour gebucht haben. Dann geht es ca. 40 Minuten raus aufs offene Meer. Aus Lautsprechern spielen Klassiker aus den 80ern, während wir mit voll Karacho über’s Wasser brettern. Ich liebe diese Momente auf dem Wasser. What a feeeeeeling! Passend zum Flashdance Song.

Allerdings trübt sich die Stimmung zunehmend, als nach über zwei Stunden immer noch kein einziges Tiere zu sehen ist. Während der Fahrt konnte ich zwar eine kleine Schildkröte erkennen, die an der Oberfläche in den Wellen trieb, aber sonst war gar nichts. 20 aufmerksame Gästeaugen und drei erprobte Crew Mitglieder halten durchweg Ausschau in alle Richtungen. Und es passiert: Nichts.

Durch das unentwegte Schaukeln meldet sich mittlerweile mein Magen und ich merke auch meinen Kreislauf immer deutlicher. Super. Kann ich gerade mega gebrauchen. Schließlich kommt die ersehnte Info über Funk, an welchem Spot sich gerade eine Gruppe Walhaie aufhält. Und wieder geht’s mit Vollgas weiter raus auf’s offene Meer. 

Und tatsächlich: 5 riesige Tiere schwimmen immer wieder sehr nah an der Wasseroberfläche entlang. Wir haben anfangs im Boot eine Instruktion erhalten, wie wir am besten mit den riesigen Fischen schwimmen sollen: Direkt vor ihnen ins Wasser springen und neben ihnen in dieselbe Richtung schwimmen. So kann man die Walhaie in voller Länge betrachten und sieht sie nicht immer nur von hinten, denn sie schwimmen ja viel schneller als Menschen.

Hui, das kann ja was werden. Nach Jahren mal wieder eine Schnorchelmaske auf und Flossen an den Füßen. Ohne „Trockenübung“ im Wasser soll das jetzt gleich auf Anhieb klappen, denn die Momente mit den Tieren im Wasser sind immer nur sehr kurz.

Vom Boot aus ist unter Wasser für uns überhaupt nichts zu erkennen. Wir sollen nur auf das Signal vom Kapitän warten. Bereit zum Sprung auf der Kante des Bootes sitzend, heißt es dann: “GO, GO, GOOOO!!!!” Und dann geht’s rein. 

Hätte ich Zeit dafür gehabt, hätte ich mich in diesem Moment in eine Panik-Attacke reingesteigert. Meine allererster Gedanke: “Das ist ja völlig wahnsinnig hier”.

Walhaie haben ein unglaublich großes Maul, um möglichst viel Wasser und Plankton auf einmal aufnehmen zu können. Und dieses riesige Maul steht gerade komplett offen, als ich nach dem Sprung das erste Mal klare Sicht unter Wasser erhalte. Es sieht so aus, als würde ich genau dort rein springen. In das RIESEN Maul! Vom 10 Meter langen Fisch! Wo ich locker reinpassen würde und die Hälfte von Udo noch mit!

Das riesige Tier schwimmt direkt unter mir einfach weiter – vollkommen unbeeindruckt dessen, dass ich ihm gerade fast ins Maul gesprungen wäre und jetzt prinzipiell auf seinem Rücken reiten könnte. OH MEIN GOTT!!!!

So was Unglaubliches.
Mit welcher Ruhe sich die Tiere durchs Wasser bewegen, uninteressiert an dem, was um sie herum passiert. Und diese Schönheit. Ihre Farben und das Punkte-Muster, das im Licht der Sonne glitzert, zieht mich richtig in seinen Bann. Und die gigantische Schwanzflosse ist einfach beeindruckend. 

Noch zwei weitere Male habe ich die Gelegenheit, den Tieren so nah zu kommen und zu versuchen, die faszinierenden Eindrücke so intensiv wie möglich wahrzunehmen. Dem Adrenalinflash sei Dank ist von Magenunruhe und Kreislauf nichts mehr zu merken. Allerdings fällt es mir schwer, das Erlebte so richtig zu verinnerlichen, denn sowas hier ist definitiv eine Extremsituation für Körper und Geist – zumindest für Udo und mich.

Der spektakuläre Ausflug findet sein Ende mit einem lecker zubereiteten Essen an Board und einem Cool Down nach der Aufregung vor der Küste von Playa Norte, einem der schönsten Wasser- und Strandabschnitte der Isla Mujeres. Danach ist dann erstmal schlafen angesagt.

Fazit der Whale Shark Tour:

Die riesigen Tiere in freier Wildbahn zu erleben und ihnen auf Armlänge nah kommen zu können, ist ein unglaubliches Gefühl. Etwas sehr sehr Besonderes. Gleichzeitig empfanden wir das Setting drum herum eher hektisch und die Zeit im Wasser mit den Tieren sehr kurz. Es fahren zahlreiche Boote (30 oder so) gleichzeitig umher, da hilft es wenig, dass “nur” 10 Personen auf einem Boot mitfahren dürfen, damit es nicht zu viele Leute sind. Besonders tierfreundlich ist das sicher nicht, auch wenn die Tiere keinen gestressten Eindruck gemacht haben. Als Schnorchel-Erlebnis gibt es für Mensch und Tier deutlich angenehmere Optionen, sodass wir diese Tour nicht nochmal machen würden, und auch nur bedingt empfehlen können.


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